Vaginale Trockenheit: Was man darüber wissen sollte - Vagisil
Land ändern
×
Vaginale Trockenheit: Was man darüber wissen sollte

ZUM VIDEO (Englisch) ▸

Hallo. Ich bin Dr. Adelaide Nardone und zertifizierte Geburtshelferin und Gynäkologin. Vulvovaginale Trockenheit ist weit verbreitet und die meisten Frauen werden in ihrem Leben Erfahrungen damit machen, mal mehr mal weniger – etwa 70% nach den Wechseljahren und 15% davor. Vulvovaginale Trockenheit ist ein Zustand, bei dem die äußeren Genitalien und die Scheide trocken werden, dünn, farblos, fragil, anfällig für Verletzungen und Infektionen und es kann sogar manchmal bluten. Die häufigste Ursache für vaginale Trockenheit ist ein niedriger Östrogen-Spiegel, der jederzeit während eines Frauenlebens entstehen kann.

Wenn man so will, ist Östrogen das Lebenselixier der Scheide und des äußeren Intimbereichs. Es fördert die Glykogen-Bildung, jene Substanz von der die „guten“ Bakterien, die Laktobazillen, zehren, und die dann ihrerseits für einen gesunden pH-Wert in der Scheide sorgen. Es fördert auch die Schleimbildung, erhöht den Blutfluss und macht die Haut elastisch.

Wenn der Östrogenspiegel bei einer Frau sinkt – normalerweise während der Wechseljahre, es kann aber jederzeit vorkommen – kehren sich all diese guten Dinge ins Gegenteil um. Und was dann passiert – Sie erkennen es an den kleinen Falten in der Scheide, die man „rugae“ nennt – sie werden flach, die Scheidenhaut wird dünn, die Blutzirkulation verlangsamt, die Scheide wird blass, die Glykogen-Bildung lässt nach, die Laktobazillen finden keine Nahrung und verschwinden, der pH-Wert geht hoch und Frauen verlieren ihre natürliche Feuchtigkeit.

Gleiches gilt für den äußeren Intim-Bereich, die Vulva. Diese verfügt ebenfalls über Östrogen-Rezeptoren. Hier sorgt Östrogen für eine gesunde Haut – Haut wie sonst auch am Körper. Es erhöht den Collagen-Gehalt der Haut, genauer der Unterhaut. Bei niedrigem Östrogen-Gehalt sinken diese Eigenschaften. Die Symptome vulvovaginaler Trockenheit sind sehr verschieden. Einige Frauen klagen über Juckreiz oder darüber, dass sie beim Sex nicht genügend feucht werden. Das wiederum hat starken Einfluss auf die weibliche Sexualität. In der Tat ist vaginale Atrophie die hauptsächliche Ursache für weibliche Erregungs-Störungen, was das Selbstverständnis, die Selbstachtung und die gesamte Lebensqualität beeinträchtigen kann.

Vulvovaginale Trockenheit ist aber kein reines Frauen-Problem im fortgeschrittenen Alter. 15% der prämenopausalen oder gebärfähigen Frauen teilen dieses Leiden. Wichtig ist, dass Frauen das Problem aktiv angehen. Mehr als 60% trauen sich nicht und viele Ärzte genauso wenig. Ich habe Patientinnen in der Praxis – die frage ich vor allem anderen „Wie geht’s? Wie ist Ihre Beziehung? Sind Sie sexuell aktiv?” Eine Patientin antwortete unlängst: “Oh Doc! Ich bin da unten trocken wie Sand!” Das sagt alles. Vulvovaginale Trockenheit kann dazu führen, dass Frauen sich alt fühlen.

Doch was sind weitere Ursachen für vulvovaginale Trockenheit? Es sind nicht nur die Wechseljahre. Bei Frauen kann das Östrogen in diversen Phasen ihres Lebens niedrig sein. Etwa beim Stillen oder sie haben gerade ein Baby geboren, wo alle Hormone nach der Schwangerschaft in den Keller gehen oder sie unterziehen sich gerade einer Brustkrebsbehandlung, die mit der Gabe von Anti-Östrogenen einhergeht. Oder sie sind gerade Chemotherapie-Patientinnen. Gewisse Medikamente können zu Trockenheit führen – sogar unspezifische Anti-Histaminika. Es gibt Progesteron-Tabletten als Anti-Baby-Pillen. Sie enthalten kein Östrogen. Mir ist mit der Zeit aufgefallen, dass Frauen, die diese Medikamente über viele Jahre hinweg einnehmen, feststellen, dass sie nicht mehr so feucht sind und klagen über damit einhergehender vaginaler Trockenheit. Einige Lebensstil-Faktoren können das Ganze noch schlimmer machen: Rauchen, Alkohol, keine sexuelle Aktivität und auch Übergewicht können zu vaginaler Trockenheit führen.

Ich bestärke die Frauen über vulvovaginale Trockenheit mit ihren Ärzten oder Gynäkologen zu sprechen: lange unbeachtet kann dieser Zustand zu Atrophie führen. Es gibt dafür vielfältige Hilfsmittel, wie zum Beispiel frei verkäufliche Gleitmittel. Sie sind hilfreich für die Sexualität, indem sie die Gleitfähigkeit fördern. Es gibt feuchtigkeitsfördernde Mittel, die verwendet werden können und auch lokal anwendbare Östrogen-Therapien, die recht wirksam sind, denn wenn fehlendes Östrogen wieder verfügbar gemacht wird, kann es bei der Wiederherstellung der vulvovaginalen Gesundheit Wunder wirken. Und davon gibt es unzählige Verabreichungsformen. Es gibt Ringe und Cremes und Tabletten … also ich bitte Sie, das ist nichts woran Frauen still vor sich hin leiden sollten. Es gibt ganz fantastische Hilfsmittel, um die Lebensqualität zu verbessern.

×